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Alles beginnt mit dem sagenhaften Orpheus. Orpheus ist ein thrakischer S?nger und Musiker, der eine eigene Lehre gegr?ndet hat und als gr?sster Musiker und Dichter der Antike gilt. Es wird angenommen, dass der legend?re S?nger irgendwo im sagenumwobenen Rhodopen-Gebirge geboren wurde. Nach der griechischen Mythologie war er Sohn des thrakischen Flussgottes Oiagros (oder Apollons) und der Muse Kalliope. Mit seinem alles bezaubernden Gesang und Kitharspiel bewegte er sogar Tiere und Pflanzen. Er f?hrte den Dionysoskult ein und nahm an der Fahrt der Argonauten teil (um 1400 v. Chr.). Als seine Frau Eurydike an einem Schlangenbiss gestorben war, stieg Orpheus in die Unterwelt hinab und r?hrte mit seiner Musik deren Herrscher, dass sie die Tote zur Erde entliessen. Als sich Orpheus wider das Gebot nach der ihm folgenden Eurydike umdrehte, musste sie auf immer ins Totenreich zur?ckkehren. Zum Frauenfeind geworden, wurde er sp?ter von thrakischen Frauen zerrissen. Die umhergestreuten Glieder wurden von den Musen gesammelt und bestattet, das Haupt schwamm zur Insel Lesbos. Die Orphik galt als Orpheus` Lehre. Die Orphik ist eine sich an die Gestalt des Orpheus anschliessende religi?se Str?mung dionyssisch-mystischen Charakters, die vermutlich im 6. Jh. v. u. Z. von Thrakien aus in Griechenland und Unteritalien eindrang. Ihre literarische Hinterlassenschaft ist nur fragmentarisch erhalten und entstammt verschiedenen Zeiten (das meiste aus dem 3. Jh. u. Z.), wobei vieles Fremde unterschoben wurde. Manche Wissenschaftler sind der Meinung, dass Orpheus ein thrakischer K?nig war. Ihm werden viele Hymnen zugeschrieben, in denen die Naturg?tter verehrt werden; Orpheus war bestrebt, sein Volk zu belehren, wie man mit einem schlichten Gebet die G?tter ehren soll. Er gilt als Verfasser von einem der „Argonauten“-Poeme. Die Argonauten oder Argoschiffer waren die 50 Teilnehmer an der Fahrt nach Kolchis am Schwarzen Meer, zu denen auch Orpheus geh?rte. Seine Einmischung in die religi?se Doktrin von der Unterwelt und dem Weg zur Unsterblichkeit widersprach der offiziellen k?niglichen Ideologie in Thrakien. Dies war vermutlich der Grund f?r seinen tragischen Tod – eine Version, die von der griechischen Sage abweicht. Der Sagenstoff um Orpheus war von der Antike an beliebt. Die Plastik gestaltete besonders gern Orpheus und Eurydike (das sogenannte Orpheus-Relief aus der 2. H?lfte des 5. Jh. v. u. Z.); die Malerei griff alle Motive der Sage auf (Gem?lde von Tintoretto, Rubens, Tiepolo, P. Breughel d. ?.); er wurde zum Held zahlreicher Opern (Monteverdi, Gluck, Haydn; Ballett von Strawinski, Operette von Offenbach usw.) Heute entdecken die Arch?ologen immer neue Beweise von Orpheus` Leben in den Rhodopen – so z. B. die thrakischen Tempel Perperikon und Tatul. Tausende Touristen aus In- und Ausland besuchen die einzigartigen St?tten der Thraker. Die Weltgemeinschaft der Arch?ologen hat sie anerkannt und erkl?rt sie f?r ebenb?rtig den ?gyptischen Pyramiden und den alten griechischen Tempeln. Der Fernsehkanal „Discovery“ realisierte einen Film ?ber diese unglaublichen Funde.